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Drei Generationen, drei völlig verschiedene Geräteklassen
Anker Solix hat die Solarbank-Reihe in drei Jahren von einem kompakten Balkonspeicher zu einem System entwickelt, das an der Grenze zur Hausspeicheranlage kratzt. Wer heute vor der Wahl zwischen Solarbank 2 Pro, 3 Pro und 4 Pro steht, vergleicht deshalb nicht drei Ausbaustufen desselben Produkts, sondern drei Geräte für sehr unterschiedliche Anlagen.
Ich habe die drei Modelle anhand der offiziellen Datenblätter gegenübergestellt. Vorweg die wichtigste Erkenntnis, die in kaum einem Vergleich auftaucht: Alle drei speisen ab Werk 800 W ein. Die höheren AC-Zahlen, mit denen die Anker Solix Solarbank 3 und 4 beworben werden, bekommst du nur mit einem Elektriker – dazu unten mehr.
Die technischen Daten im direkten Vergleich
| Merkmal | Solarbank 2 E1600 Pro | Solarbank 3 E2700 Pro | Solarbank 4 E5000 Pro |
|---|---|---|---|
| Speicherkapazität | 1.600 Wh | 2.688 Wh | 5.024 Wh |
| MPP-Tracker | 4 | 4 | 4 |
| Leistung je MPPT | 600 W | 900 W | 1.250 W |
| PV-Eingang gesamt | 2.400 W | 3.600 W | 5.000 W |
| Solarmodule max. | 4 | 8 | 12 |
| AC-Einspeisung ab Werk | 800 W | 800 W | 800 W |
| AC-Einspeisung freigeschaltet | nicht möglich | 1.200 W | 2.500 W |
| Notstrom (Off-Grid) | 1.000 W | 1.200 W | 2.500 W |
| Erweiterungsakku | BP1600 (bzw. BP2700) | BP2700 | BP5000 |
| Max. Kapazität | 9,6 kWh (siehe unten) | 16,12 kWh | 30 kWh je Turm |
| Ladezyklen | 6.000 | 6.000 | 10.000 |
| Schutzart | IP65 | IP65 | IP66 |
| Abmessungen | 460 × 249 × 254 mm | 460 × 254 × 279 mm | Herstellerangabe abweichend |
| Gewicht | 21,8 kg | 29,2 kg | Herstellerangabe abweichend |
| Garantie | 10 Jahre | 10 Jahre | 10 Jahre |
| Straßenpreis (Stand 09/2026) | ab 499 € | ab 899 € | ab 1.599 € |
Die 800-Watt-Frage: Was ab Werk geht und was nicht
Hier steckt der Punkt, an dem die meisten Kaufberatungen ungenau werden. Die Solarbank 3 Pro wird mit 1.200 W beworben, die Solarbank 4 Pro mit 2.500 W. Beide Zahlen stimmen – nur nicht im Auslieferungszustand.
Alle drei Geräte kommen mit 800 W AC-Ausgangsleistung ins Haus. Das ist die Einstellung, mit der sie als Steckersolargerät gelten und du die vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister selbst erledigen kannst. Höhere Einspeiseleistung setzt bei Solarbank 3 und 4 einen eigenen Stromkreis im Sicherungskasten voraus, angeschlossen von einer Elektrofachkraft.
Sobald du über 800 VA einspeist, ist das Gerät kein Steckersolargerät mehr, sondern eine reguläre Erzeugungsanlage mit voller Anmeldepflicht beim Netzbetreiber. Der Elektriker ist dabei der kleinere Teil des Aufwands.
Bei der Solarbank 2 Pro gibt es diese Option gar nicht: 800 W sind dort das Maximum, mehr gibt der integrierte Wechselrichter nicht her. Wer also mit dem Gedanken spielt, später auf höhere Einspeiseleistung zu gehen, scheidet die Solarbank 2 Pro von vornherein aus.
Nicht zu verwechseln damit ist der Notstromausgang. Die 1.000 W bei der Solarbank 2 Pro, 1.200 W bei der 3 Pro und 2.500 W bei der 4 Pro gelten für die separate Steckdose bei Netzausfall. Das ist keine Einspeisung ins Hausnetz und unterliegt keiner Anmeldepflicht.
MPPT: Nicht die Anzahl entscheidet, sondern die Leistung je Tracker
Alle drei Anker Solix Pro-Modelle haben vier MPP-Tracker. Das ist ein häufiges Missverständnis – die Generationen unterscheiden sich nicht in der Anzahl, sondern darin, was jeder einzelne Tracker verarbeitet:
- Solarbank 2 Pro: 600 W je Tracker. Ein modernes 500-Wp-Modul pro Eingang, mehr passt nicht sinnvoll.
- Solarbank 3 Pro: 900 W je Tracker. Zwei Module parallel pro Eingang möglich, also bis zu acht insgesamt.
- Solarbank 4 Pro: 1.250 W je Tracker. Bis zu drei Module pro Eingang, maximal zwölf.
Wichtig bei allen dreien: Module dürfen ausschließlich parallel angeschlossen werden, niemals in Reihe. Die Eingänge arbeiten mit 16 bis 60 V – eine Reihenschaltung würde die zulässige Spannung sofort überschreiten.
Vier unabhängige Tracker sind der eigentliche Grund, warum sich diese Geräte für schwierige Dachsituationen eignen. Ost-West-Belegung, unterschiedliche Neigungswinkel oder ein Modul, das nachmittags vom Nachbarhaus verschattet wird: Jeder Strang arbeitet für sich, ein schwaches Modul zieht die anderen nicht mit runter.
Kapazität und Ausbau – mit einem offenen Punkt bei der Anker Solix Solarbank 2
Bei der Anker Solix Solarbank 3 und 4 ist die Sache eindeutig. Die 3 Pro nimmt bis zu fünf BP2700 und kommt damit auf 16,12 kWh. Die 4 Pro nimmt bis zu fünf BP5000 und erreicht 30 kWh je Batterieturm; bei mehreren Türmen entsprechend mehr, dann aber mit Elektriker und Netzbetreiberverfahren.
Bei der Anker Solix Solarbank 2 Pro widerspricht sich Anker Solix in den eigenen Unterlagen. Die Produktseite nennt 9,6 kWh Maximum und führt nur den BP1600 auf. Die Produktseite des BP2700 wiederum listet die Solarbank-2-Serie als kompatibel, was rechnerisch auf rund 15 kWh käme. Ich habe das an anderer Stelle ausführlich auseinandergenommen – kurz gefasst: Wer gezielt wegen des größeren Ausbaus kauft, sollte sich das vorher schriftlich vom Anker-Support bestätigen lassen. Mit BP1600 bist du bei 9,6 kWh auf der sicheren Seite, diese Angabe ist in allen Quellen konsistent und mehr würde sich bei dem Solarmodul-seitigen Eingang von bis zu 2400W ehrlich gesagt auch nicht rechnen.
Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro – der günstige Einstieg
1.600 Wh Speicher, 2.400 W PV-Eingang über vier Tracker à 600 W, 800 W Einspeisung, 21,8 kg. Das Gerät ist inzwischen die Vorgängergeneration und entsprechend im Preis gefallen.
- ✅ Bestes Preis-Kapazitäts-Verhältnis – unter 500 € für ein komplettes All-in-One-System mit Wechselrichter
- ✅ 2.400 W Eingang reichen für ein volles 2.000-Wp-Balkonkraftwerk – die gesetzliche Modulgrenze schöpfst du komplett aus
- ✅ Leichtestes Gerät der Reihe – 21,8 kg lassen sich noch allein tragen und platzieren
- ❌ 800 W sind das Ende – keine Freischaltung auf höhere Einspeiseleistung möglich
- ❌ Nur 6.000 Zyklen – gegenüber 10.000 bei der 4 Pro ein spürbarer Unterschied über die Lebensdauer
- ❌ Unklare Ausbaugrenze – 9,6 oder 15 kWh, siehe oben
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Anker Solix Solarbank 3 E2700 Pro – der Ausgewogene
2.688 Wh Speicher, 3.600 W PV-Eingang über vier Tracker à 900 W, bis zu acht Module, 29,2 kg. Der integrierte bidirektionale Wechselrichter arbeitet mit 1.200 W Lade- und Entladeleistung.
- ✅ Zwei Module je Tracker – acht Module an vier Eingängen, ohne dass ein Tracker zum Flaschenhals wird
- ✅ Dynamische Tarife – lädt gezielt in günstigen Stunden aus dem Netz, mit Anbindung an zahlreiche Tarifanbieter
- ✅ Sauberer Ausbauweg – bis 16,12 kWh mit BP2700
- ➖ 6.000 garantierte Ladezyklen – bei 15 Jahren Auslegungsdauer solide, gegenüber den 10.000 der 4 Pro aber die schwächere Zahl
- ✅ 1.200 W möglich – aber nur mit eigenem Stromkreis und Anmeldung als reguläre Anlage
- ❌ 29,2 kg – für die Balkonbrüstung zu schwer, das Gerät steht besser auf dem Boden
- ❌ Ladeleistung als Einzelgerät begrenzt – 1.800 W ohne Erweiterungsakku, obwohl 3.600 W am Eingang anliegen können
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Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro – schon fast ein Hausspeicher
5.024 Wh Speicher, 5.000 W PV-Eingang über vier Tracker à 1.250 W, bis zu zwölf Module, 10.000 Ladezyklen, IP66. Erweiterbar auf 30 kWh je Batterieturm.
- ✅ 10.000 Zyklen – deutlich mehr als die 6.000 der Vorgänger, das rechnet sich über die Laufzeit
- ✅ 5.000 W Eingang – nimmt auch eine kleine Dachanlage komplett auf, nicht nur ein Balkonkraftwerk
- ✅ IP66 statt IP65 – etwas robuster für den dauerhaften Außenstandort
- ✅ 2.500 W Notstrom, 3.600 W im Bypass – die stärkste Notstromversorgung der Reihe
- ❌ Ohne Elektriker verschenkt – 5.000 W Eingang und 5 kWh Speicher an 800 W Einspeisung ist ein Missverhältnis
- ❌ Preisklasse – ab 1.599 € ohne Module, damit kein Balkonkraftwerks-Zubehör mehr
- ❌ Überdimensioniert für Bestandsanlagen – wer zwei Module mit rund 960 Wp am Balkon hat, füllt diesen Speicher nie
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Welches Modell passt zu welcher Anlage?
| Deine Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Zwei Module, rund 960 Wp (typische Bestandsanlage), Mietwohnung | Solarbank 2 Pro | Der Speicher wird ohnehin selten voll. Größere Kapazität kostet Geld, das sich nicht amortisiert. |
| Vier Module, 2.000 Wp, Eigenheim | Solarbank 2 oder 3 Pro | Die 2.400 W DC-Eingang reichen. Die 3 Pro lohnt nur, wenn du später über 800 W einspeisen willst. |
| Sechs bis acht Module, Ost-West | Solarbank 3 Pro | 3.600 W Eingang und zwei Module je Tracker – hier wird die 2 Pro zum Flaschenhals. |
| Kleine Dachanlage, Elektriker eingeplant | Solarbank 4 Pro | Erst mit freigeschalteten 2.500 W spielt das Gerät seine Stärke aus. |
| Dynamischer Stromtarif, hoher Abendverbrauch | Solarbank 3 oder 4 Pro | Netzladen in günstigen Stunden braucht Kapazität, nicht PV-Eingang. |
| Bestehendes Balkonkraftwerk mit eigenem Wechselrichter | keines davon | Dafür gibt es die Solarbank 2 E1600 AC oder die Max AC – beide AC-gekoppelt. |
Ein Hinweis zu den Modulgrößen in dieser Tabelle: Viele bestehende Balkonkraftwerke liegen bei rund 960 Wp, weil in der 600-Watt-Ära genau so dimensioniert wurde. Diese Zahl ist heute keine Grenze mehr – zulässig sind 2.000 Wp Modulleistung bei 800 VA Wechselrichterleistung. Sie beschreibt nur den typischen Anlagenbestand, aus dem die meisten Umrüster kommen.
Rechne die Varianten mit deinem eigenen Verbrauchsprofil durch: Der Balkonkraftwerk-Rechner mit Speicher simuliert stündlich und zeigt, wie viel eine größere Kapazität in deinem Haushalt tatsächlich einbringt.
Häufige Fragen
Kann ich Module in Reihe an die Anker Solix Solarbank anschließen?
Nein. Alle Solarbank-Modelle arbeiten mit 16 bis 60 V je Eingang und erlauben ausschließlich Parallelschaltung. Eine Reihenschaltung überschreitet die zulässige Eingangsspannung und kann das Gerät beschädigen.
Brauche ich das Anker Smart Meter?
Zwingend nicht, praktisch schon. Ohne Verbrauchsmessung arbeitet der Speicher mit festen Zeitplänen statt mit dem tatsächlichen Haushaltsverbrauch. Genau darin liegt aber der wirtschaftliche Vorteil eines Speichers.
Lohnt sich der Aufpreis von der Anker Solix 2 Pro auf die 3 Pro?
Nur wenn du mehr als vier Module anschließen willst oder einen dynamischen Stromtarif nutzt. Bei einem klassischen 800-Wp-Balkonkraftwerk mit festem Tarif bringt die zusätzliche Kapazität wenig, weil sie schlicht nicht gefüllt wird.
Sind die Erweiterungsakkus untereinander kompatibel?
Nur eingeschränkt. Die Anker Solix Solarbank 3 Pro nimmt BP2700 und laut Anker auch BP1600, allerdings mit reduzierter Ladeleistung bei einem einzelnen BP1600. Die Solarbank 4 Pro nutzt BP5000. Der BP7000 gehört zur Max-Linie und passt nicht an die Solarbank 4.
Muss ich die Anlage anmelden?
Ja. Im Auslieferungszustand mit 800 W gilt die vereinfachte Steckersolar-Regelung: Eintrag im Marktstammdatenregister plus vereinfachtes Netzanschlussformular beim Netzbetreiber, beides selbst erledigbar. Ab 800 VA Einspeisung wird daraus eine reguläre Erzeugungsanlage mit vollem Anmeldeverfahren.
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Transparenzhinweis
Dieser Beitrag wurde am 1. September 2026 vollständig überarbeitet. Die vorherige Fassung enthielt fehlerhafte technische Angaben zu MPPT-Anzahl, Eingangs- und Ausgangsleistung sowie zur Speicherkapazität. Alle Werte der aktuellen Fassung sind gegen die Produktseiten von ankersolix.com, das offizielle Datenblatt der Solarbank 3 E2700 Pro sowie mehrere Fachhändler geprüft.
Es handelt sich um Herstellerangaben, nicht um eigene Messwerte – keines der drei Geräte lag mir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zum Test vor. Wo ich selbst messe, steht es ausdrücklich dabei. Preise sind vom 01. September 2026 und ändern sich laufend.
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Für dich ändert sich am Preis nichts, und die Bewertung entsteht unabhängig davon.
